PM 14.08.2020: Demonstration „Gebt die Schiffe frei“ am 15.8.

SEEBRÜCKE HAMBURG
Pressemitteilung vom 14.8.2020
mit der Bitte um Berichterstattung

GEBT DIE SCHIFFE FREI!

Demonstration der SEEBRÜCKE am 15.8. für unbehinderte Seenotrettung
1000 Teilnehmende angemeldet

Nach etlichen Kundgebungen findet am 15.8. erstmals wieder eine Demonstration der Seebrücke unter den Bedingungen der Corona-Pandemie statt. Bis zu 1000 Teilnehmende hat die SEEBRÜCKE angemeldet, die sich ab 13.00 Uhr auf der Budapester Straße (am Arrivati-Park, nahe der Kreuzung Neuer Kamp) sammeln werden. Von dort geht es nach einer Auftaktkundgebung ab ca. 14.00 los bis zu den Landungsbrücken, wo von ca. 15.00 bis 16.00 die Abschlusskundgebung stattfinden wird.

Unter dem Motto „Gebt die Schiffe frei!“ wird gegen die massive Behinderung der Seenotrettung durch Italien, Deutschland und andere EU-Staaten protestiert. Allein Italien hat mit fadenscheinigen Begründungen vier Seenotrettungsschiffe festgesetzt – mit tödlichen Konsequenzen.

Lea Reikowski von der Seebrücke erläutert das Ziel der Demonstration:
„In diesem Moment ist kein einziges ziviles Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer im Einsatz. Die Behinderung der Seenotrettung hat allein in diesem Jahr mindestens 443 Menschen das Leben gekostet. Wir fordern, dass diese verbrecherische Blockadepolitik sofort beendet werden muss: Gebt die Schiffe frei!“

„Deutschland hat erhebliche Mitverantwortung für das Sterben im Mittelmeer. Eine verbindliche Zusage, alle Geretteten von Schiffen unter deutscher Flagge unverzüglich und unbürokratisch in Deutschland aufzunehmen, würde die Situation sofort ändern. Außerdem muss die Änderung der Schiffssicherheitsverordnung, die allein dem Zweck dient, die Arbeit der Rettungsorganisationen zu sabotieren, sofort zurückgenommen werden,“ so Reikowski weiter.

Auch an Senat und Bürgerschaft von Hamburg hat die SEEBRÜCKE konkrete Forderungen:

„Für allein 5 Rettungsschiffe ist der Heimathafen Hamburg, darunter auch die festgesetzten Sea-Watch 3 und Alan Kurdi. Wir erwarten von Hamburg, dass es sich für diese Schiffe und ihre Missionen laut und vernehmlich einsetzt. Außerdem soll Hamburg erklären: Jeder Mensch, der aus Seenot an Bord eines dieser Schiffe genommen wird, ist Hamburgerin bzw. Hamburger und in unserer Stadt willkommen,“ sagt Christoph Kleine von der SEEBRÜCKE HAMBURG.

Die SEEBRÜCKE HAMBURG weist darauf hin, dass bei der Demonstration der Infektionsschutz sehr ernst genommen wird. Dies geschieht durch die Aufstellung in 13 Blöcken a 75 Personen, die untereinander auf die Abstände achten, und die durchgängige Benutzung eines Mund-Nasen-Schutzes durch alle Teilnehmenden.

„Mit den unverantwortlichen Corona-Leugnern, die sich später am selben Tag am Jungfernstieg versammeln wollen, haben wir nichts zu tun. Die SEEBRÜCKE steht für Verantwortung und Solidarität – und nicht für Realitätsverleugnung und Rücksichtslosigkeit. Dieser Unterschied wird auch im Erscheinungsbild unserer Demo deutlich zu bemerken sein.
Wir unterstützen ausdrücklich den Aufruf des Hamburger Bündnisses gegen Rechts zu Gegenprotesten im Anschluss an unsere Demonstration,“
so Kleine abschließend.

Weitere Informationen: http://seebruecke-hamburg.de/15-08-2020-demo/